Sandwich Spritzgießen

Was ist Sandwich Spritzgießen?

Definition und Abgrenzung zum Mehrkomponenten-Spritzgießen

Das Sandwich-Spritzgießen ist ein hochspezialisiertes Verfahren innerhalb der modernen Produktionstechnik, das in den letzten Jahren stetig an Bedeutung gewonnen hat. Anders als beim klassischen Mehrkomponenten-Spritzgießen, bei dem verschiedene Materialien nebeneinander oder schichtweise verarbeitet werden, wird beim Sandwich-Verfahren gezielt eine Kernkomponente in ein Kunststoffteil eingebracht und vollständig von einer Außenhaut umschlossen.

Dadurch entsteht ein Bauteil, das gleich zwei Anforderungen erfüllt: Im Inneren befindet sich ein funktionales, oft kostengünstiges oder recyclingbasiertes Kernmaterial, während die äußere Schicht für die optischen, haptischen und funktionalen Eigenschaften verantwortlich ist. Diese Kombination ermöglicht es, Formteile mit einer gleichmäßigen Oberfläche und einer hohen Widerstandsfähigkeit herzustellen, ohne dabei auf wirtschaftliche Aspekte verzichten zu müssen.

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Inhaltsverzeichnis

Vorteile von Sandwich Spritzgießen gegenüber herkömmlichem Spritzguss

Während der klassische Spritzguss vor allem auf die gleichmäßige Verarbeitung eines einzelnen Kunststoffs setzt, geht das Sandwich-Spritzgießen einen Schritt weiter. Der gezielte Einsatz von Kernmaterial – beispielsweise Rezyklat oder geschäumten Kunststoffen – führt zu einer deutlichen Kostenreduzierung bei gleichzeitiger Eigenschaftsverbesserung. Die Außenhaut bleibt dabei stets hochwertig, sodass das fertige Spritzgussteil nicht nur technisch leistungsfähig, sondern auch optisch ansprechend ist.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Flexibilität: Je nach Anforderungen können Kernkomponenten mit speziellen Eigenschaften gewählt werden, die zusätzliche Funktionen in das Bauteil integrieren. So lassen sich etwa akustische Dämpfungen, Gewichtsreduzierungen oder erhöhte Schlagzähigkeit realisieren – ohne dass die sichtbare Oberfläche darunter leidet. Auch die Kombination mit modernsten Technologien wie Co-Injection oder Skinmelt erweitert die Einsatzmöglichkeiten erheblich.

Für Unternehmen, die Formteile in großen Stückzahlen herstellen, bedeutet dies eine erhebliche Steigerung der Wirtschaftlichkeit. Nicht nur die Kosten sinken, sondern auch die Nachhaltigkeit steigt, da recycelte Materialien sinnvoll in die Produktion integriert werden können.

Das Sandwich-Verfahren

Co-Injection und Skinmelt-Verfahren im Sandwich Spritzgießen

Das klassische Sandwich-Verfahren bietet mehrere technische Varianten, die es Kunststoffverarbeitern ermöglichen, Bauteile gezielt an die jeweiligen Anforderungen anzupassen. Eine der bekanntesten Methoden ist die Co-Injection-Technologie. Hierbei werden zwei Materialien nacheinander in das Werkzeug eingespritzt: zunächst das hochwertige Hautmaterial, das für die äußere Oberfläche und die gewünschte Haptik sorgt, und direkt im Anschluss das Kernmaterial, das im Inneren die tragende kernkomponente bildet. Diese Technik schafft einen nahtlosen Übergang zwischen Außenhaut und Kern, sodass ein stabiles, belastbares und optisch ansprechendes Spritzgussteil entsteht.

Die zweite verbreitete Methode ist das sogenannte Skinmelt-Verfahren. Hier wird das Kernmaterial bereits vorab dosiert und während des Spritzgießens gezielt zwischen die äußeren Schichten eingebracht. Dieses Verfahren eignet sich besonders, wenn sehr präzise eigenschaftsverbesserungen im Inneren des Bauteils gefordert sind. Durch die gezielte Steuerung des Materialflusses lassen sich so unterschiedliche Eigenschaften innerhalb eines einzigen Kunststoffteils realisieren. Beispielsweise können Bereiche mit erhöhter Schlagfestigkeit oder spezieller Wärmedämmung erzeugt werden, während die äußere Schicht stets eine gleichbleibend hochwertige Oberfläche bietet.

Monosandwich-Verfahren mit Recyclingmaterialien

Neben Co-Injection und Skinmelt hat sich insbesondere das Monosandwich-Verfahren als zukunftsweisende Methode etabliert. Hierbei wird gezielt auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung gesetzt. Im Gegensatz zu anderen Spritzgießmaßnahmen wird beim Monosandwich das Kernmaterial vollständig aus Rezyklat oder geschäumten Kunststoffen gebildet. Dieses Material wird von einer hochwertigen Außenhaut umschlossen, die für die nötige Optik, Stabilität und Haptik sorgt.

Der große Vorteil liegt darin, dass Unternehmen auf diese Weise Kunststoffteile herstellen können, die nicht nur technisch überzeugen, sondern gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Da der Kern aus recycelten Rohstoffen besteht, sinkt der Verbrauch von Primärkunststoffen erheblich. Das spart nicht nur Kosten, sondern reduziert auch den ökologischen Fußabdruck der gesamten Produktionstechnik.

Darüber hinaus bietet das Monosandwich-Verfahren weitere Vorteile: Der Einsatz von geschäumten Kunststoffen im Kern führt zu einer deutlichen Gewichtsreduzierung, ohne dass die Stabilität oder die Eigenschaften des Bauteils beeinträchtigt werden. Diese Kombination ist vor allem in der Automobilindustrie und in der Logistik von großem Nutzen, da hier jedes eingesparte Gramm Gewicht langfristig Kosten und Energie spart.

Für Kunststoffverarbeiter eröffnet sich damit ein breites Anwendungsspektrum: vom Spritzgussteil für Verpackungen über funktionale Formteile in der Industrie bis hin zu innovative Lösungen, die auf die hohen Anforderungen moderner Märkte zugeschnitten sind. Das Monosandwich-Verfahren gilt deshalb heute als eine der wichtigsten Entwicklungen im Bereich des Sandwich-Spritzgießens, weil es hohe Qualität, wirtschaftliche Herstellung und Nachhaltigkeit miteinander verbindet. Damit positioniert sich das Monosandwich-Verfahren als zukunftsweisende Technologie, die die Flexibilität bietet, unterschiedlichste Branchenanforderungen mit modernsten Spritzgießmaßnahmen zu erfüllen.

Kernmaterialien- und Kernkomponente

Hautmaterial für Optik und Haptik im Sandwich Spritzgießen

Die äußere Außenhaut eines Sandwich-Spritzgussteils erfüllt mehrere zentrale Aufgaben, die weit über eine reine Schutzschicht hinausgehen. Sie bestimmt maßgeblich die Haptik, das visuelle Erscheinungsbild und die wahrgenommene Qualität des gesamten Bauteils. Eine glatte, fehlerfreie Oberfläche ist für viele Unternehmen ein entscheidendes Kriterium, insbesondere dann, wenn die Formteile im Endprodukt sichtbar sind – etwa bei Konsumgütern, Gehäusen von Elektrogeräten oder dekorativen Elementen in der Automobilindustrie.

Das Hautmaterial ist in der Regel ein besonders hochwertiger Kunststoff, der speziell für seine optischen und funktionalen Eigenschaften ausgewählt wird. So können beispielsweise glänzende Oberflächen für ein edles Erscheinungsbild, matte Strukturen für eine moderne Anmutung oder kratzfeste Materialien für den täglichen Gebrauch umgesetzt werden. Gleichzeitig sorgt die Außenhaut dafür, dass das darunterliegende Kernmaterial vollständig gekapselt und vor äußeren Einflüssen wie Feuchtigkeit, UV-Strahlung oder chemischen Substanzen geschützt wird. Damit trägt sie entscheidend zur Langlebigkeit und Wertigkeit des Endprodukts bei.

In vielen Fällen ist die äußere Schicht auch funktional eng mit der inneren kernkomponente verknüpft. Während der Kern die grundlegenden mechanischen Eigenschaften bestimmt, definiert die Außenhaut zusätzliche Faktoren wie Haptik, Farbgebung und Oberflächengüte. Diese gezielte Trennung ermöglicht es Kunststoffverarbeitern, Spritzgussteile herzustellen, die sowohl funktional als auch optisch höchsten Standards entsprechen. So lässt sich ein Kunststoffteil entwickeln, das einerseits mit einer robusten Struktur überzeugt und andererseits eine hochwertige Oberfläche bietet, die den Ansprüchen des Endkunden gerecht wird.

Besonders interessant ist die Flexibilität, die das Sandwich-Verfahren hier bietet: Ein und dasselbe Bauteil kann durch unterschiedliche Hautmaterialien in verschiedenen Varianten produziert werden, ohne dass das Kernmaterial verändert werden muss. Das ermöglicht Serienfertigungen mit individueller Anpassung an unterschiedliche Anforderungen – ein großer Vorteil für Unternehmen, die mit einem Verfahren sowohl Premiumprodukte als auch kostengünstigere Varianten auf Basis desselben Grundkerns abdecken möchten.

Kernmaterial mit Rezyklat oder geschäumten Kunststoffen

Die innere Kernkomponente ist das Herzstück des Sandwich-Spritzgießens und spielt eine entscheidende Rolle für die wirtschaftlichen und nachhaltigen Vorteile dieses Verfahrens. Während die äußere Außenhaut für die Optik und Haptik verantwortlich ist, definiert das Kernmaterial die strukturellen Eigenschaften und die wirtschaftliche Effizienz. Gerade hier bietet sich der Einsatz von Rezyklat oder geschäumten Kunststoffen an.

Rezyklat ist ein wiederaufbereiteter Kunststoff, der aus Produktionsabfällen oder zurückgeführten Produkten stammt. Durch die Integration von Rezyklaten als Kernmaterial lassen sich die Kosten der Herstellung erheblich senken, ohne dass die äußere Qualität der Teile darunter leidet. Das Sandwich-Verfahren ermöglicht es, solche Materialien im Inneren des Bauteils einzusetzen, während die hochwertige Außenhaut dafür sorgt, dass die optischen und funktionalen Eigenschaften unverändert auf hohem Niveau bleiben. Damit wird das Spritzgießen zu einem wichtigen Instrument für die Kreislaufwirtschaft und die Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien in der Produktionstechnik.

Ein weiteres zentrales Kernmaterial sind geschäumte Kunststoffe. Diese bieten gleich mehrere Vorteile: Zum einen verringern sie das Gewicht der Formteile erheblich, was gerade in der Automobilindustrie und in der Logistik enorme Effizienzsteigerungen mit sich bringt.

Zum anderen können geschäumte Strukturen zusätzliche Funktionen übernehmen, wie z. B. eine verbesserte Schalldämmung, Wärmedämmung oder eine höhere Schlagzähigkeit. Dadurch entstehen Spritzgussteile, die optimal auf die unterschiedlichen Anforderungen verschiedener Branchen zugeschnitten sind.

Darüber hinaus erlaubt die Wahl des Kernmaterials gezielte Eigenschaftsverbesserungen. Ein Bauteil kann beispielsweise mit einem besonders leichten geschäumten Kern versehen werden, um in der Serienproduktion Gewicht und Material zu sparen. Alternativ kann ein Kern aus hochfestem Rezyklat eingesetzt werden, wenn es auf maximale Stabilität bei gleichzeitig reduzierten Kosten ankommt. Diese Vielfalt macht die Technologie zu einem leistungsstarken Werkzeug, das von Unternehmen flexibel eingesetzt werden kann, um innovative Lösungen für moderne Märkte zu entwickeln.

Zusammengefasst bietet die Kombination aus hochwertiger Außenhaut und funktionaler Kernkomponente im Inneren eine perfekte Symbiose aus Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und technischer Leistungsfähigkeit. Das Sandwich-Spritzgießen hat sich daher in vielen Branchen als bevorzugtes Verfahren etabliert, weil es die Herstellung von Kunststoffteilen ermöglicht, die optisch ansprechend, funktional vielseitig und gleichzeitig ressourcenschonend sind.

Rezyklat im Sandwich-Spritzgießen

Rezyklat bezeichnet aufbereitete Kunststoffe, die aus bereits genutzten Materialien oder Produktionsabfällen gewonnen werden. Dabei wird zwischen Post-Consumer-Rezyklat (PCR) aus Verbraucherabfällen wie Verpackungen und Post-Industrial-Rezyklat (PIR) aus industriellen Reststoffen unterschieden. Durch moderne Recyclingprozesse werden diese Kunststoffe wieder in den Produktionskreislauf eingebracht und können als Kernmaterial im Sandwich-Spritzgießen eingesetzt werden.

Die Kombination aus einer hochwertigen Außenhaut und einem Kern aus Rezyklat ermöglicht die Herstellung von Formteilen, die optisch und haptisch höchsten Ansprüchen genügen und gleichzeitig besonders nachhaltig sind. So werden nicht nur Kosten gesenkt, sondern auch wertvolle Ressourcen geschont. Für Unternehmen bedeutet das: Sie können innovative Spritzgussteile entwickeln, die auf die steigenden Anforderungen an Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft zugeschnitten sind.

Gerade im Sandwich-Verfahren zeigt sich das Potenzial von Rezyklat besonders deutlich, da es im Inneren des Bauteils eingesetzt wird und somit die sichtbare Oberfläche in Qualität und Optik nicht beeinträchtigt. Dadurch lassen sich sowohl funktionale Teile für die Industrie als auch hochwertige Produkte für den Endverbraucher wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll herstellen. Damit wird Rezyklat zu einem zentralen Baustein für mehr Nachhaltigkeit in der Kunststoffverarbeitung und verbindet Ressourcenschonung mit innovativer Produktionstechnik.

Prozessparameter im Sandwich Spritzgießen

Wandstärke und Viskosität der Materialien

Beim Sandwich-Spritzgießen spielt die richtige Wandstärke der Formteile eine zentrale Rolle. Nur wenn die Dimensionen exakt aufeinander abgestimmt sind, kann sich im Inneren ein gleichmäßiger, stabiler Kern ausbilden. Ist die Wandstärke zu gering, besteht die Gefahr, dass das Kernmaterial nicht sauber eingebettet wird und sich optisch oder mechanisch störende Effekte an der Oberfläche zeigen. Bei zu dicken Wandstärken wiederum kann es zu ungleichmäßigem Abkühlen, Materialspannungen oder unnötig hohen Kosten durch übermäßigen Materialeinsatz kommen.

Besonders wichtig ist auch das Verhältnis zwischen der Wandstärke des Bauteils und dem Fließverhalten des Kernmaterials. Hier kommt die Viskosität ins Spiel. Ein Kern mit zu hoher Viskosität lässt sich nur schwer gleichmäßig verteilen, während ein sehr niedrigviskoses Kernmaterial möglicherweise unkontrolliert in dünne Bereiche der Außenhaut vordringt. Das Ziel ist ein ausgewogenes Zusammenspiel: Das Hautmaterial muss eine stabile, geschlossene Schicht bilden, während das Kernmaterial in der Lage ist, die innere Struktur zuverlässig auszufüllen.

Die Praxis zeigt, dass durch die gezielte Steuerung von Wandstärken und Viskosität nicht nur die Stabilität, sondern auch spezifische Eigenschaftsverbesserungen erreicht werden können. So können beispielsweise geschäumte Kunststoffe als Kernkomponente eingesetzt werden, um bei reduzierter Dichte ein hohes Maß an Schlagzähigkeit oder Schalldämmung zu erreichen.

Werkzeug- und Verarbeitungstemperaturen im Sandwich Spritzgießen

Neben Wandstärke und Viskosität sind die Werkzeugtemperatur und die Verarbeitungstemperatur zwei weitere kritische Parameter, die maßgeblich über die Qualität der fertigen Spritzgussteile entscheiden. Beim Sandwich-Spritzgießen müssen sowohl die äußere Außenhaut als auch die innere kernkomponente unter exakt definierten Bedingungen verarbeitet werden, damit sich die beiden Schichten optimal verbinden.

Eine zu niedrige Werkzeugtemperatur kann dazu führen, dass das Hautmaterial zu schnell erstarrt und der Kern nicht mehr gleichmäßig eingebettet wird. Das Ergebnis wären sichtbare Materialfehler, eine instabile Struktur oder eine ungleichmäßige Oberfläche. Umgekehrt kann eine zu hohe Temperatur das Kernmaterial beeinträchtigen und zu Verzug oder Verformungen im fertigen Bauteil führen.

Die Verarbeitungstemperatur der eingesetzten Materialien ist ebenso entscheidend. Moderne spritzgießmaßnahmen setzen daher auf präzise Temperaturregelungen, die es ermöglichen, sowohl das Hautmaterial als auch das Kernmaterial exakt in dem Bereich zu halten, in dem sie ihre gewünschten Eigenschaften entfalten. So können Formteile mit hoher Maßgenauigkeit, gleichmäßiger Oberfläche und optimierter Haptik hergestellt werden.

Anwendungen des Sandwich-Verfahrens

Lebensmittelverpackungen und Konsumgüter

Das Sandwich-Verfahren hat sich in der Herstellung von Lebensmittelverpackungen und Konsumgütern längst etabliert. Hier zählt vor allem die Kombination aus einer funktionalen und hygienischen Außenhaut und einem kostengünstigen, ressourcenschonenden Kernmaterial. Die äußere Schicht wird so ausgewählt, dass sie die strengen Vorschriften für den Kontakt mit Lebensmitteln erfüllt – sie ist glatt, leicht zu reinigen, frei von Schadstoffen und kann gleichzeitig optisch ansprechend gestaltet werden. Die innere Kernkomponente dagegen kann aus preiswertem Rezyklat bestehen, da sie nicht direkt mit den Lebensmitteln in Berührung kommt.

Diese Trennung bietet gleich mehrere Vorteile: Zum einen sinken die Kosten in der Produktionstechnik, da teure Primärmaterialien nur für die dünne Außenschicht benötigt werden. Zum anderen wird ein Beitrag zur Nachhaltigkeit geleistet, weil im Inneren recycelte Rohstoffe zum Einsatz kommen. Gerade in Zeiten wachsender Anforderungen an Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft bietet das Sandwich-Spritzgießen hier eine überzeugende Lösung.

Auch im Bereich der Konsumgüter ist das Verfahren von großer Bedeutung. Produkte wie Gehäuse für Haushaltsgeräte, Spielzeug, Behälter oder Möbelteile profitieren von der Kombination einer optisch und haptisch hochwertigen Außenhaut mit einem Kern, der kostengünstig und zugleich funktional ist. So lassen sich Formteile herstellen, die stabil, langlebig und zugleich preislich attraktiv sind. Darüber hinaus ermöglicht das Sandwich-Spritzgießen eine enorme Gestaltungsfreiheit: Unternehmen können Produkte mit unterschiedlichen Eigenschaften anbieten – zum Beispiel mit speziellen Oberflächenstrukturen, Farbvarianten oder zusätzlichen Funktionen wie Kratz- und Schlagfestigkeit.

Gerade weil Verpackungen und Konsumgüter oft in hohen Stückzahlen produziert werden, sind Spritzgießmaßnahmen gefragt, die hohe Qualität mit wirtschaftlicher Herstellung verbinden. Das Sandwich-Verfahren bietet hierfür die idealen Voraussetzungen, da es eine präzise Anpassung der Materialien an die jeweiligen Anforderungen erlaubt und gleichzeitig die Integration von Rezyklat in großem Umfang ermöglicht.

Leichtbau in Logistik und Automobilindustrie

In der Automobilindustrie und der Logistikbranche ist das Sandwich-Spritzgießen heute ein fester Bestandteil moderner Produktionstechnik. Die Gründe dafür liegen in den besonderen Eigenschaften, die durch den gezielten Einsatz von kernmaterial wie Rezyklat oder geschäumten Kunststoffen erzielt werden können.

Gerade im Automobilbau steht der Leichtbau seit vielen Jahren im Fokus. Jedes eingesparte Kilogramm wirkt sich positiv auf den Kraftstoffverbrauch oder die Reichweite von Elektrofahrzeugen aus. Das Sandwich-Verfahren ermöglicht es, Formteile mit einem leichten, stabilen Kern zu herstellen, die trotz geringem Gewicht eine hohe Festigkeit aufweisen. Typische Anwendungen finden sich etwa in Türverkleidungen, Kofferraumabdeckungen, Innenraumkomponenten oder Unterbodenverkleidungen. Hier überzeugt das Verfahren nicht nur durch die Kombination aus Stabilität und Gewichtseinsparung, sondern auch durch die Möglichkeit, Rezyklate einzusetzen und damit die Nachhaltigkeit in der Automobilproduktion zu steigern.

Auch in der Logistik bringt das Sandwich-Spritzgießen enorme Vorteile. Paletten, Kisten, Transportboxen und andere wiederverwendbare Verpackungssysteme müssen stabil und langlebig sein, gleichzeitig aber so leicht wie möglich, um Transportkosten zu reduzieren und Handling zu erleichtern. Durch die Verbindung einer robusten Außenhaut mit einem Kernmaterial aus geschäumtem Kunststoff oder Rezyklat entstehen Spritzgussteile, die diesen Anforderungen ideal entsprechen. Sie halten hohen Belastungen stand, sind unempfindlich gegenüber Stößen und Feuchtigkeit und lassen sich in großen Stückzahlen wirtschaftlich herstellen.

Für Unternehmen in beiden Branchen bedeutet der Einsatz des Sandwich-Spritzgießens, dass sie mit einer einzigen Technologie gleich mehrere Ziele erreichen: Sie senken die Kosten, erfüllen die gestiegenen Anforderungen an Nachhaltigkeit, steigern die Leistungsfähigkeit ihrer Produkte und profitieren gleichzeitig von den Möglichkeiten modernster spritzgießmaßnahmen. Damit ist das Verfahren ein entscheidender Faktor für die Zukunft von Automobilindustrie und Logistik, in denen innovative Lösungen für Bauteile mit unterschiedlichen Eigenschaften immer gefragter werden.

Nachhaltigkeit im Sandwich-Spritzgießen

Ressourcenschonung durch Rezyklateinsatz

Ein zentrales Argument für das Sandwich-Spritzgießen ist seine Fähigkeit, aktiv zur Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung beizutragen. Während klassische Spritzgießverfahren in der Regel komplett auf Primärkunststoffe setzen, bietet das Sandwich-Verfahren die Möglichkeit, im Inneren des Bauteils Rezyklat oder andere sekundäre Rohstoffe als kernkomponente einzusetzen. Diese Vorgehensweise reduziert den Bedarf an neuem Kunststoff erheblich und leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft.

Das Prinzip ist einfach: Die äußere Außenhaut besteht aus einem hochwertigen Material, das die geforderten optischen und funktionalen Eigenschaften wie Oberfläche, Beständigkeit und Haptik erfüllt. Der Kern dagegen wird gezielt mit preiswerteren oder recycelten Materialien gefüllt, die nicht direkt sichtbar sind. Dadurch können Unternehmen einen erheblichen Teil der eingesetzten Rohstoffe einsparen, ohne Abstriche bei der Qualität der sichtbaren und beanspruchten Formteile machen zu müssen.

Besonders in Branchen mit hohen Materialdurchsätzen – etwa in der Automobilindustrie, der Logistik oder der Produktion von Lebensmittelverpackungen – hat dieses Verfahren großes Potenzial. Es ermöglicht, Millionen von Spritzgussteilen herzustellen, bei denen der Primärrohstoffverbrauch drastisch gesenkt wird. Auf diese Weise verbinden Kunststoffverarbeiter die Vorteile moderner Technologien mit einem klaren Beitrag zur Ressourcenschonung und positionieren sich gleichzeitig als nachhaltige und innovative Unternehmen.

Kosten- und Materialeinsparung durch Sandwich Spritzgießen

Neben der Ressourcenschonung bringt das Sandwich-Spritzgießen auch erhebliche wirtschaftliche Vorteile. Die Kosten für hochwertige Kunststoffe sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, sodass alternative Ansätze gefragt sind. Durch den Einsatz von Rezyklat oder geschäumten Kunststoffen im Kernmaterial lassen sich die Gesamtkosten der Herstellung deutlich reduzieren. Die teuren, hochwertigen Rohstoffe werden gezielt nur dort eingesetzt, wo sie wirklich benötigt werden – nämlich in der äußeren Schicht, die für die Optik, Eigenschaften und Haltbarkeit entscheidend ist.

Das ermöglicht es, auch bei großvolumigen oder massenhaft produzierten Teilen eine attraktive Kostenstruktur zu erreichen. Gleichzeitig sinkt der Materialeinsatz insgesamt, da die Kernkomponente oft leichter und ressourcenschonender ist als ein durchgängiges Vollmaterial. In vielen Fällen werden dadurch nicht nur die Produktionskosten, sondern auch die Energieaufwendungen im Fertigungsprozess verringert, da weniger Masse verarbeitet und gekühlt werden muss.

Die Materialeinsparungen schlagen sich zudem direkt in der Logistik und im Endprodukt nieder: Leichtere Formteile bedeuten geringere Transportkosten und eine bessere Handhabung. In der Automobilindustrie führt das geringere Gewicht der Bauteile zu einer verbesserten Energieeffizienz von Fahrzeugen, in der Logistik ermöglicht es leichtere Transportbehälter und Paletten, höhere Nutzlasten bei gleichbleibendem Gesamtgewicht zu bewegen.

Für Unternehmen bedeutet dies einen doppelten Gewinn: Sie können ihre Produktionstechnik effizienter gestalten und dabei gleichzeitig ihre Nachhaltigkeitsziele erreichen. Das Sandwich-Spritzgießen ist damit nicht nur ein Verfahren zur Herstellung innovativer Spritzgussteile, sondern auch eine strategische Technologie, mit der sich Kosten, Materialeinsatz und Umweltbelastung langfristig reduzieren lassen.

Erweiterte Sandwich-Verfahren

Thermoplastic Sandwich Moulding

Das Thermoplastic Sandwich Moulding ist eine Weiterentwicklung des klassischen Sandwich-Spritzgießens und gilt heute als eine der modernsten Technologien in der Produktionstechnik. Bei diesem Verfahren kommen speziell entwickelte thermoplastische Materialien zum Einsatz, die es ermöglichen, besonders leichte und gleichzeitig hochstabile Formteile herzustellen. Typischerweise besteht die äußere Außenhaut aus einem hochfesten Thermoplasten, der für die gewünschten optischen und funktionalen Eigenschaften sorgt, während der innere Kern aus einem leichteren, oft geschäumten Material gebildet wird.

Der große Vorteil liegt in der Verbindung von Leichtbau und Eigenschaftsverbesserungen: Mit dieser Technologie lassen sich Spritzgussteile produzieren, die erheblich weniger wiegen als vergleichbare Vollmaterialteile, ohne dass Abstriche bei Stabilität oder Belastbarkeit gemacht werden müssen. Gerade in der Automobilindustrie, im Bereich E-Mobility und in der Logistik spielt dieser Vorteil eine entscheidende Rolle, da jedes eingesparte Kilogramm zu geringeren Betriebskosten oder einer höheren Reichweite beiträgt.

Darüber hinaus bietet das Thermoplastic Sandwich Moulding auch ökologische Vorteile. Durch die Möglichkeit, Rezyklat oder andere recycelte Kunststoffe im Kernmaterial einzusetzen, lassen sich nicht nur die Kosten reduzieren, sondern auch die Anforderungen an Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung erfüllen. Viele Unternehmen nutzen dieses Verfahren bereits, um innovative Teile mit einer hochwertigen Oberfläche und einer ressourcenschonenden kernkomponente zu entwickeln.

Typische Anwendungen finden sich neben der Automobilindustrie auch in der Herstellung von Konsumgütern und Verpackungslösungen, bei denen es auf eine edle Haptik, eine attraktive Optik und gleichzeitig auf Kosteneffizienz ankommt. Das Thermoplastic Sandwich Moulding verbindet damit die Stärken des klassischen Sandwich-Spritzgießens mit zusätzlichen Möglichkeiten für eigenschaftsverbesserungen und nachhaltige Produktion.

Sandwich Foam Injection Moulding

Das Sandwich Foam Injection Moulding kombiniert die Vorteile des Sandwich-Verfahrens mit den Effekten der Schaumtechnologie. Hierbei wird ein geschäumtes Kernmaterial gezielt zwischen zwei Schichten einer hochwertigen Außenhaut eingebracht. Durch den Schäumprozess entstehen winzige Gaszellen im Inneren des Bauteils, die zu einer deutlichen Reduzierung des Gewichts führen, ohne die Festigkeit oder die strukturelle Integrität zu beeinträchtigen.

Diese Art der kernkomponente eignet sich besonders für großvolumige Spritzgussteile, die in hohen Stückzahlen hergestellt werden. Beispiele hierfür sind Transportbehälter, Paletten, Gehäuseteile für Elektrogeräte oder Innenraumkomponenten in der Automobilindustrie. Neben der reinen Gewichtsreduzierung sorgt der geschäumte Kern auch für zusätzliche Funktionen wie Schalldämmung, Wärmedämmung oder eine verbesserte Stoßfestigkeit. Damit können Unternehmen Teile entwickeln, die nicht nur leichter und günstiger sind, sondern gleichzeitig durch innovative Eigenschaften punkten.

Ein weiterer Vorteil des Sandwich Foam Injection Mouldings liegt in der Reduzierung von Materialkosten. Da der geschäumte Kern weniger Rohmaterial benötigt, sinkt der Gesamtverbrauch erheblich.

Dies wirkt sich nicht nur positiv auf die Kostenstruktur, sondern auch auf die ökologische Bilanz der gesamten Produktionstechnik aus. In Kombination mit dem Einsatz von Rezyklat in der kernkomponente ergibt sich ein besonders nachhaltiger Ansatz, der die Anforderungen moderner Märkte an umweltfreundliche Herstellungsprozesse erfüllt.

Darüber hinaus lassen sich mit diesem Verfahren Spritzgussteile mit einer optisch makellosen Oberfläche und einer gleichzeitig leichten, stabilen inneren Struktur herstellen. Für Kunststoffverarbeiter eröffnet sich damit ein breites Anwendungsspektrum, das von Konsumgütern über Logistiklösungen bis hin zu sicherheitsrelevanten Bauteilen in der Automobil- und Elektroindustrie reicht.

Das Sandwich Foam Injection Moulding gilt daher als eine innovative Erweiterung des klassischen Sandwich-Spritzgießens, das den Weg zu noch effizienteren, nachhaltigeren und funktional vielseitigeren Spritzgießmaßnahmen ebnet.

Zukunft des Sandwich-Spritzgießens

Chancen für Industrie und Nachhaltigkeit

Das Sandwich-Spritzgießen hat sich in den vergangenen Jahren von einer speziellen Nischentechnologie zu einem echten Standardverfahren in der Produktionstechnik entwickelt. Immer mehr Unternehmen setzen dieses Verfahren ein, weil es die perfekte Balance zwischen Kosten, Qualität und Nachhaltigkeit bietet. Die Kombination einer hochwertigen Außenhaut mit einem funktionalen Kernmaterial eröffnet enorme Möglichkeiten: Spritzgussteile lassen sich herstellen, die sowohl optisch ansprechend als auch funktional belastbar sind – und das bei deutlich reduziertem Materialeinsatz.

Gerade in Zeiten steigender Rohstoffpreise und wachsender Anforderungen an umweltfreundliche Herstellungsprozesse wird das Sandwich-Verfahren zu einem entscheidenden Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit. Der Einsatz von Rezyklat als kernkomponente senkt nicht nur die Kosten, sondern stärkt auch die ökologische Verantwortung der Kunststoffverarbeiter. Das Verfahren ermöglicht es, Millionen von Formteilen mit unterschiedlichen Eigenschaften in hoher Qualität herzustellen, während gleichzeitig ein Beitrag zur Kreislaufwirtschaft geleistet wird.

Für Branchen wie die Automobilindustrie, die Logistik oder die Konsumgüterproduktion ist das Sandwich-Spritzgießen damit eine zukunftssichere Technologie, die es erlaubt, innovative Teile zu entwickeln und gleichzeitig den Druck von Gesetzgebern, Kunden und Märkten in Bezug auf Ressourcenschonung und Emissionsreduktion zu erfüllen. Unternehmen, die sich frühzeitig auf diese Technologien einstellen, sichern sich langfristige Wettbewerbsvorteile.

Ausblick auf neue Technologien im Sandwich Spritzgießen

Die Zukunft des Sandwich-Spritzgießens wird maßgeblich von modernsten Spritzgießmaßnahmen und technologischen Innovationen geprägt sein. Bereits heute zeigen Entwicklungen wie das Thermoplastic Sandwich Moulding oder das Sandwich Foam Injection Moulding, dass der Spielraum für Eigenschaftsverbesserungen noch lange nicht ausgeschöpft ist. Künftig wird es möglich sein, noch gezielter auf branchenspezifische Anforderungen einzugehen – sei es durch besonders leichte geschäumte Kunststoffe, hochfeste Verbundmaterialien oder smarte Kernkomponenten, die zusätzliche Funktionen in das Bauteil integrieren.

Ein weiterer Trend ist die zunehmende Digitalisierung in der Produktionstechnik. Sensorik und intelligente Steuerungen erlauben eine präzisere Kontrolle von Wandstärke, Viskosität, Werkzeugtemperaturen und Materialflüssen. Damit wird es Kunststoffverarbeitern ermöglicht, Spritzgussteile mit konstant hoher Qualität zu herstellen – auch bei komplexen Formteilen und unterschiedlichen Materialien.

Zudem wird die Bedeutung der Nachhaltigkeit weiter zunehmen. Politische Vorgaben, strengere Umweltauflagen und ein stärkeres Bewusstsein der Konsumenten führen dazu, dass Verfahren, die auf Rezyklat und Ressourcenschonung setzen, immer stärker nachgefragt werden. Das Sandwich-Spritzgießen ist dafür ideal geeignet, weil es hohe Qualität mit einem reduzierten Materialeinsatz verbindet und so ökologische und ökonomische Ziele in Einklang bringt.

Langfristig ist zu erwarten, dass das Sandwich-Spritzgießen nicht nur in klassischen Märkten wie der Automobilindustrie und der Logistik, sondern auch in neuen Bereichen wie der Medizintechnik, der Bauindustrie oder der Elektronikfertigung eingesetzt wird. Überall dort, wo Bauteile mit besonderen Kombinationen aus Optik, Funktion und Nachhaltigkeit gefragt sind, wird das Sandwich-Verfahren seine Stärken ausspielen.

Damit steht fest: Das Sandwich-Spritzgießen ist nicht nur ein Verfahren der Gegenwart, sondern eine Technologie der Zukunft, die durch ihre Vielseitigkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit zu den wichtigsten Produktionstechnologien im Bereich Spritzguss gehören wird.

FAQ - Sandwich Spritzgießen

Das Sandwich-Spritzgießen ist ein spezielles Verfahren der modernen Produktionstechnik, bei dem Formteile aus Kunststoff mit einer hochwertigen Außenhaut und einem funktionalen Kernmaterial hergestellt werden. Dabei wird die Außenhaut aus einem besonders stabilen oder optisch hochwertigen Material gefertigt, während die innere Kernkomponente aus preiswertem Rezyklat oder auch aus geschäumten Kunststoffen bestehen kann. Das Ergebnis sind Spritzgussteile, die sowohl eine edle Oberfläche und eine angenehme Haptik besitzen als auch wirtschaftlich hergestellt werden können. Dieses Verfahren ermöglicht es Kunststoffverarbeitern, Teile zu entwickeln, die exakt auf die Anforderungen moderner Märkte zugeschnitten sind, von der Automobilindustrie bis hin zu Lebensmittelverpackungen.

Im Vergleich zum klassischen Spritzguss bietet das Sandwich Spritzgießen zahlreiche Vorteile. Durch die Kombination aus hochwertiger Außenhaut und günstigem Kernmaterial lassen sich die Kosten deutlich senken, ohne Einbußen bei der Qualität der Oberfläche oder der technischen Eigenschaften hinnehmen zu müssen. Zudem können durch die Wahl der Kernkomponente gezielte Eigenschaftsverbesserungen erzielt werden, etwa durch Gewichtsreduzierung, höhere Schlagzähigkeit oder verbesserte Schalldämmung. Besonders vorteilhaft ist die Möglichkeit, Rezyklate zu verwenden, wodurch das Verfahren zu mehr Nachhaltigkeit in der Produktionstechnik beiträgt. Unternehmen, die auf Sandwich-Spritzgießen setzen, profitieren daher von einer Kombination aus Effizienz, Innovationskraft und Ressourcenschonung.

Beim Sandwich-Spritzgießen werden zwei Materialgruppen unterschieden: das Hautmaterial für die äußere Außenhaut und das Kernmaterial für die innere Kernkomponente. Als Hautmaterialien eignen sich hochwertige Kunststoffe mit besonderen Eigenschaften, wie Kratzfestigkeit, UV-Beständigkeit oder chemische Resistenz. Das Kernmaterial kann dagegen aus preiswertem Rezyklat, aus geschäumten Kunststoffen oder aus speziell entwickelten Polymerverbindungen bestehen. Diese Materialkombination ermöglicht die Herstellung von Formteilen, die optisch hochwertig sind und gleichzeitig ressourcenschonend und wirtschaftlich produziert werden können.

Das klassische Mehrkomponenten-Spritzgießen kombiniert mehrere Materialien nebeneinander oder in Schichten, sodass unterschiedliche Eigenschaften in einem Bauteil realisiert werden können. Das Sandwich-Verfahren hingegen setzt auf eine klare Trennung zwischen äußerer Außenhaut und innerer Kernkomponente. Dadurch entsteht ein Bauteil mit einem zweischichtigen Aufbau: außen hochwertig und optisch einwandfrei, innen wirtschaftlich und funktional optimiert. Diese Unterscheidung macht das Sandwich-Spritzgießen besonders attraktiv, da es gezielt auf Kostenoptimierung, Nachhaltigkeit und Eigenschaftsverbesserungen ausgerichtet ist.

Das Rezyklat spielt eine entscheidende Rolle im Sandwich Spritzgießen, da es als Kernkomponente eingesetzt werden kann. Anstatt teure Primärkunststoffe für das gesamte Bauteil zu verwenden, wird das Rezyklat im Kernmaterial genutzt, während die äußere Außenhaut für die optischen und haptischen Eigenschaften sorgt. Dies hat gleich mehrere Vorteile: Zum einen werden die Kosten deutlich gesenkt, zum anderen wird die Ressourcenschonung unterstützt, da recycelte Materialien in den Produktionskreislauf zurückgeführt werden. Das Verfahren trägt somit nicht nur zur Wirtschaftlichkeit, sondern auch zur Nachhaltigkeit und zur Erfüllung moderner Umweltstandards bei.

Das Sandwich-Spritzgießen wird in zahlreichen Branchen eingesetzt, in denen es auf eine Kombination aus hochwertiger Optik und wirtschaftlicher Herstellung ankommt. Dazu zählen die Automobilindustrie (z. B. für Türverkleidungen, Kofferraumabdeckungen oder Innenraumkomponenten), die Logistik (z. B. Paletten, Kisten, Transportboxen), die Lebensmittelindustrie (z. B. hygienische Verpackungen mit hochwertiger Oberfläche und kostengünstigem Kern) sowie die Konsumgüterproduktion (z. B. Gehäuse für Elektrogeräte, Möbelteile oder Spielzeug). Überall dort, wo Kunststoffverarbeiter gefordert sind, Produkte mit unterschiedlichen Eigenschaften zu herstellen, bietet das Sandwich-Verfahren klare Vorteile.

Es gibt verschiedene Verfahrenstechniken im Bereich des Sandwich Spritzgießens, darunter das Co-Injection-Verfahren, das Skinmelt-Verfahren und das Monosandwich-Verfahren. Beim Co-Injection werden nacheinander Hautmaterial und Kernmaterial eingespritzt, wodurch eine saubere Schichtbildung entsteht. Das Skinmelt-Verfahren setzt auf eine vordosierte Kernkomponente, die gezielt zwischen die äußeren Schichten gebracht wird. Beim Monosandwich-Verfahren hingegen wird vor allem Rezyklat oder geschäumter Kunststoff im Kern verwendet, um besonders ressourcenschonend und nachhaltig zu produzieren. Jede dieser Methoden bietet spezielle Vorteile und wird je nach Anforderungen des Projekts ausgewählt.

Das Sandwich-Spritzgießen trägt erheblich zur Nachhaltigkeit in der Kunststoffverarbeitung bei. Durch den Einsatz von Rezyklaten im Kernmaterial können Primärrohstoffe eingespart werden, während die äußere Außenhaut weiterhin aus hochwertigen Kunststoffen besteht. Dadurch lassen sich Spritzgussteile herstellen, die den gleichen optischen und funktionalen Standards entsprechen wie Vollmaterialteile, jedoch deutlich ressourcenschonender sind. Zusätzlich reduziert das Verfahren den Materialeinsatz, insbesondere wenn geschäumte Kunststoffe verwendet werden. Damit erfüllt das Sandwich-Verfahren sowohl ökologische als auch ökonomische Anforderungen moderner Märkte.

Die Qualität der Spritzgussteile beim Sandwich Spritzgießen hängt stark von den Prozessparametern ab. Wichtige Faktoren sind die Wandstärke der Bauteile, die Viskosität der eingesetzten Materialien sowie die exakten Werkzeug- und Verarbeitungstemperaturen. Nur wenn diese Parameter optimal aufeinander abgestimmt sind, lässt sich eine gleichmäßige Verteilung des Kernmaterials im Inneren und eine hochwertige Oberfläche der Außenhaut erzielen. Moderne spritzgießmaßnahmen setzen daher auf hochpräzise Steuerungen, die eine konstante Qualität sicherstellen und gleichzeitig Materialeinsparungen ermöglichen.

Das Monosandwich-Verfahren ist eine besonders nachhaltige Variante des Sandwich-Spritzgießens. Dabei wird das Kernmaterial fast ausschließlich aus Rezyklat oder geschäumten Kunststoffen gebildet. Die äußere Außenhaut sorgt für die notwendige Oberfläche, die haptischen Eigenschaften und die Beständigkeit, während der Kern die Ressourcenschonung und die Kostenreduktion übernimmt. Das Verfahren ist besonders attraktiv für Unternehmen, die großen Wert auf Nachhaltigkeit und effiziente Herstellung legen, ohne dabei auf Qualität und Stabilität der Produkte verzichten zu wollen.

In der Automobilindustrie wird das Sandwich-Spritzgießen vor allem für den Leichtbau genutzt. Typische Anwendungen sind Türverkleidungen, Kofferraumabdeckungen, Unterbodenverkleidungen und verschiedene Innenraumkomponenten. Diese Bauteile profitieren davon, dass der Kern mit geschäumten Kunststoffen oder Rezyklaten ausgefüllt wird, wodurch das Gewicht reduziert und gleichzeitig die Stabilität erhalten bleibt. Das ermöglicht nicht nur eine bessere Energieeffizienz, sondern auch eine deutliche Kostenersparnis bei der Herstellung.

Die Außenhaut ist beim Sandwich Spritzgießen entscheidend für die Optik, die Haptik und die funktionalen Eigenschaften der Formteile. Sie sorgt für eine gleichmäßige Oberfläche, die je nach Anwendung kratzfest, UV-beständig oder chemisch resistent sein kann. Darüber hinaus schützt sie das innere Kernmaterial zuverlässig und trägt damit wesentlich zur Langlebigkeit des Produkts bei. Für viele Unternehmen ist die Außenhaut der zentrale Faktor, da sie maßgeblich das Erscheinungsbild und die Wertanmutung des Endprodukts bestimmt.

Ein geschäumtes Kernmaterial bietet gleich mehrere Vorteile beim Sandwich Spritzgießen. Zum einen reduziert es das Gewicht der Spritzgussteile, was besonders im Bereich des Leichtbaus von Vorteil ist. Zum anderen kann es zusätzliche Funktionen übernehmen, etwa eine verbesserte Schalldämmung oder Wärmedämmung. Zudem sinkt der Materialeinsatz, da weniger Rohstoffe benötigt werden. Für Unternehmen, die ihre Produktionstechnik sowohl effizient als auch nachhaltig gestalten wollen, ist geschäumtes Kernmaterial daher eine äußerst interessante Option.

Ja, das Sandwich-Spritzgießen eignet sich auch für die Herstellung von Bauteilen mit komplexen Geometrien. Durch den Einsatz moderner Werkzeuge und präziser Spritzgießmaßnahmen lassen sich auch Formteile mit komplizierten Strukturen oder feinen Details zuverlässig produzieren. Die Kombination von Außenhaut und Kernkomponente bleibt dabei stabil und optisch einwandfrei. Das Verfahren bietet daher eine hohe Flexibilität und ist besonders für Branchen interessant, in denen Design und Funktionalität gleichermaßen gefragt sind.

Das Sandwich-Spritzgießen führt in den meisten Fällen zu einer deutlichen Reduktion der Produktionskosten. Da nur die äußere Außenhaut aus hochwertigem Kunststoff gefertigt werden muss, kann das innere Kernmaterial kostengünstig aus Rezyklaten oder geschäumten Kunststoffen bestehen. Dadurch sinkt der Verbrauch teurer Rohstoffe erheblich. Hinzu kommt, dass durch die Gewichtseinsparung in vielen Anwendungen auch die Logistikkosten reduziert werden. Für Unternehmen bedeutet das eine effiziente Produktionstechnik, die langfristig zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit beiträgt.

Die Prozesskontrolle ist ein Schlüsselfaktor beim Sandwich-Spritzgießen, da nur eine exakte Steuerung der Prozessparameter eine gleichbleibend hohe Qualität sicherstellt. Moderne Technologien setzen hier auf präzise Temperaturregelungen, Drucküberwachungen und Materialflusskontrollen. Nur so lässt sich gewährleisten, dass das Kernmaterial gleichmäßig verteilt wird und die Außenhaut eine makellose Oberfläche bildet. Für Kunststoffverarbeiter ist die Investition in moderne Spritzgießmaßnahmen daher entscheidend, um die Vorteile des Verfahrens optimal zu nutzen.

Die Zukunft des Sandwich Spritzgießens wird maßgeblich von den Themen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und neue Materialien geprägt. Der verstärkte Einsatz von Rezyklaten wird weiter an Bedeutung gewinnen, ebenso wie die Integration von geschäumten Kunststoffen zur weiteren Gewichtsreduzierung. Gleichzeitig werden smarte Maschinen mit Sensorik und KI-basierter Prozesskontrolle die Effizienz steigern und die Qualität absichern. Auch neue Verbundmaterialien mit besonderen Eigenschaften werden entwickelt, die das Sandwich-Verfahren noch vielseitiger machen.

Trotz vieler Vorteile gibt es auch einige Herausforderungen beim Sandwich Spritzgießen. Die Prozessführung ist komplexer als beim klassischen Spritzguss, da zwei unterschiedliche Materialien präzise verarbeitet werden müssen. Zudem sind die Werkzeugkosten höher, da spezielle Technik benötigt wird, um den Kern und die Außenhaut korrekt einzubringen. Auch die Materialkombination erfordert Erfahrung, damit keine unerwünschten Effekte wie Delamination oder sichtbare Kernstellen auftreten. Dennoch überwiegen für viele Unternehmen die Vorteile, sodass das Verfahren zunehmend eingesetzt wird.

Zu den häufigsten Fehlerquellen zählen falsche Wandstärken, unzureichende Temperaturkontrolle und eine fehlerhafte Steuerung der Viskosität. Diese Faktoren können dazu führen, dass das Kernmaterial nicht sauber verteilt wird oder dass die äußere Außenhaut ungleichmäßig erstarrt. Sichtbare Linien, ungenaue Übergänge oder unzureichende Stabilität sind mögliche Folgen. Um diese Fehler zu vermeiden, setzen Kunststoffverarbeiter auf modernste Maschinen, präzise Prozessüberwachung und kontinuierliche Qualitätskontrollen während der Herstellung.

Das Sandwich-Spritzgießen gilt als Technologie der Zukunft, weil es die wichtigsten Anforderungen moderner Märkte erfüllt: Kostenreduktion, Nachhaltigkeit und hohe Qualität. Es kombiniert die Möglichkeit, Rezyklate einzusetzen, mit der Herstellung optisch und funktional hochwertiger Formteile. Gleichzeitig passt es perfekt in den Trend zum Leichtbau und zur Ressourcenschonung. Für Unternehmen bietet es die Chance, innovative Produkte zu entwickeln, die sowohl technisch überzeugen als auch ökologischen und ökonomischen Ansprüchen gerecht werden. Damit wird das Sandwich-Verfahren eine immer größere Rolle in der Kunststoffverarbeitung und in der gesamten Produktionstechnik spielen.